Stadt setzt weiter auf Integration

Sozialdezernent Andreas Ruhl fordert bessere Finanzausstattung – Junge Flüchtlingsfrauen sollen besonders unterstützt werden. Etwa 3000 anerkannte Flüchtlinge leben in Schwerin, drei Viertel von ihnen Syrer. „Es gibt nach wie vor einen leichten Zustrom von Menschen, die Schutz in unserem Land suchen“, sagt Schwerins Sozialdezernent Andreas Ruhl. Weil jeder fünfte Flüchtling in MV in der Landeshauptstadt untergekommen sei, stehe Schwerin vor besonderen Herausforderungen. 3,8 Millionen Euro im Jahr an Kosten müsse die Kommune derzeit aus eigener Kraft stemmen, und die Ausgaben würden noch steigen, erklärt Ruhl.

„Wir brauchen unbedingt eine bessere Finanzausstattung durch das Land“, betont der Dezernent, der sich zugleich die Förderung von Maßnahmen wünscht, die längerfristig wirken. Entsprechende Gespräche mit den zuständigen Ministerien habe er schon geführt, sie würden Anfang des Jahres fortgesetzt. Es gäbe bereits eine Zusage, dass die Stadt auch 2019 Geld aus dem Integrationsfonds vom Land bekomme, so Ruhl.

Schwerpunkt der Integrationsarbeit in Schwerin sollen im kommenden Jahr Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund sein. „Das wollen wir gemeinsam mit der Caritas, der Arbeiterwohlfahrt und dem Alternativen Mädchentreff umsetzen“, kündigt der Dezernent an. Ein zweiter Schwerpunkt werde die Eingliederung in den Arbeitsmarkt sein. Auf diesem Gebiet hätten sowohl das Jobcenter als auch Projektpartner wie das Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge unterschiedliche Initiativen vorbereitet, berichtet Ruhl. In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Migration sei in diesem Jahr die Broschüre „Bildungswege in Schwerin“ fertiggestellt worden. Die Landeshauptstadt werde außerdem weiterhin an dem Programm Bildungskoordination für Neuzugewanderte teilnehmen, der Bund habe die Förderung verlängert, so der Dezernent.

Ein anderes wichtiges Stichwort für Ruhl: Integration durch Sport. „Zusammen mit dem Schweriner SC Breitensport als Kooperationspartner wurden in diesem Jahr diverse Turniere für Einheimische und Zuwanderer organisiert“, schildert Ruhl. Gegenwärtig formiere sich eine Fußballmannschaft mit Spielern aus verschiedenen Ländern, die von der Saison 2019/20 an am regulären Spielbetrieb teilnehmen will. Ausdrücklich würdigt der Dezernent auch das weitere vielfältige Engagement von Ehrenamtlichen bei der Flüchtlingsarbeit, das auch bei der noch laufenden Erstellung eines neuen Integrationskonzeptes für die Stadt berücksichtigt werde.

Dass Schwerin beim Thema Integration durchaus Erfolge vorweisen könne, belegt aus Sicht von Ruhl die Auszeichnung, die die Landeshauptstadt in diesem Jahr vom Bundesinnenminister für das Jugend-Integrationsmobil bekommen hat, ein Beratungsangebot der Evangelischen Jugend – Sozialdiakonische Arbeit, bei dem die Mitarbeiter junge Flüchtlinge in der Stadt aufsuchen.

Am 1. Februar nimmt eine neue Integrationsbeauftragte in Schwerin ihre Arbeit auf. Der bisherige Amtsinhaber, Dimitri Avramenko, wird nach Angaben von Dezernent Ruhl aber weiterhin in dem Bereich tätig sein, unter anderem den interreligiösen Dialog betreuen. Bemerkenswert: Insgesamt knapp 8000 Menschen in der Stadt haben mittlerweile einen Migrationshintergrund.

Quelle: SVZ Schwerin
Text: Christian Koepke