Fußball / Enttäuschung beim SSC

Der Schweriner SC verliert das rettende Ufer immer mehr aus dem Blick, denn: Nach der heutigen Niederlage gegen die TSG Gadebusch 0:1 (0:1) hat die Schmidt/Kaprol-Elf die Chance verpasst, in ruhigeres Fahrwasser zu gelangen. Augenscheinlich fehlt es dem SSC derzeit vor allem an der nötigen Sicherheit im Spiel. In der letzten Saison hatte man den Ball noch durchaus ansehnlich durch die eigenen Reihen laufen lassen. Auch das Aufbauspiel wirkte oft durchdachter.

Abgesehen von den ersten 5 Minuten und der letzten viertel Stunde spielten die Platzherren über weite Strecken Mutlos, Ideenlos, Kraftlos und mussten in Minute 10 einen Gegentreffer hinnehmen, dem ein grober Patzer vorausging. Steilpass auf Lierow, zu ungenau, jedoch gefährlich an die Strafraumgrenze. Pahlke kam an den Ball und versuchte ihn auf Schilling per Kopf zurückzulegen. Schilling war aber schon aus dem Kasten geeilt, so dass Pahlke den Ball mit zu viel Tempo über den Keeper köpfte. Lierow, der die Situation in Ruhe beobachtete, hatte danach kein Problem, den Ball zu erlaufen und einzuschieben. Ein früher Schock für den SSC, von dem sich der Gastgeber bis zur Pause nicht erholte.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel lange offen, ohne das eine der beiden Teams zunächst gefährlich wurde. Die TSG suchte weiter den Weg nach vorn und stellte den SSC vor kleinere Probleme. Wenn der SSC in Ballbesitz war, agierte er im Spielaufbau bedächtig und ungewohnt viele Fehler schlichen sich ins Aufbauspiel. Mit Weber und Pautzke brachten die SSC-Trainer eine viertel Stunde vor Schluss dann noch einmal frischen Wind in die offensiven Bemühungen. Der SSC kam auch zu Chancen und dem Ausgleich in seiner besten Phase nahe – leider ohne Fortune.

Schmidt sah sich nach dem Spiel zu einer deutlichen Analyse veranlasst: „Die Bereitschaft, auf dem Platz über 90 Minuten präsent zu sein, fehlte“, so der Coach.

Text und Fotos: Andreas Melhorn